Dienstag, 17. Juni 2008

News Update aus Santiago

Chile zittert
Seit Freitag bebt unter Santiago die Erde. Bisweilen handelt es sich aber nur um ein leichtes Zittern, nicht mal so stark, dass jeder es bemerkt, geschweige denn, dass ein Glas umfallen würde. Temblor nennt man das hier. Ein Terremoto hingegen würde dann wahrscheinlich schon jeder mitbekommen. Da ich vorher aber noch nie ein Erdeben oder ähnliches erlebt habe, bin ich fasziniert. Überhaupt, die Erde unter Südamerika ist zur Zeit ziemlich aktiv, ist doch vor einigen Wochen im Süden Chiles erst der Chaitén ausgebrochen, ein seit etwa 10.000 Jahren nicht mehr aktiv gewesener Vulkan! Nach neuesten Aussagen der Forscher gibt es auch Aktivitäten bei anderen nahe gelegenen Vukanen ...

Santiago-Wetter aktuell
Update zum Winter in Chile: OK, die Chilenen neigen doch zur Übertreibung: seit meinem letzten Bericht vor einigen Wochen hat es nicht mehr geregnet in Santiago und wir erfreuen uns knallblauem Himmel und Sonnenschein! Gestern waren es 23 Grad im Schatten! Seitdem ich mein Bettchen jeden Abend mit einer Wärmeflasche aufsuche, ist mir der chilenische Winter doch wieder recht sympathisch! ;-)

Fussballfieber auch in Chile
Es gibt ja eine recht grosse deutsche Kultur in Santiago; es gibt sogar einige Deutsche Schulen. Auch gibt es einen Deutschen Klub. Weiterhin gibt es nur eine kleine österreichische, geschweige denn Wiener Kultur, in Santiago. Doch habe ich einen Wiener Fussball verrückten Mitbewohner so wie eine österreichische Fussball begeisterte Arbeitskollegin. Zusammen mit meiner Fussball begeisterten deutschstammigen Chefin und meinem deutschen Mitbewohner ergibt sich daraus zu jedem Deutschland- und bisher auch Österreichspiel eine bunt gemischte kleine Fussballfangemeinde, die sich im Deutschen Klub mit mehr oder weniger Gleichgesinnten zum Public Viewing trifft. Nicht ganz WM-Flair von 2006 - aber immerhin - wir fiebern kräftig mit von hier drüben!


Nachtrag: Santiagos Strassen...
...scheinen doch gefährlicher zu sein als gedacht:
- vom Eingang des Crown Plaza Hotels, Veranstaltungsort des Kammerballs, wurde ich von Sicherheitskräften, die mit Schlagstöcken bewaffnet waren, zum Auto begleitet
- wenn wir abends ausgehen, wird der "Strassenbesizter" gefilzt, damit das Auto auch noch heile am gleichen Ort parkt, wenn wir zurückkommen
- letzte Woche wurde eine Randale von Jugendlichen direkt vor unserer Haustür mit Tränengas und Panzern (!!!) niedergemacht! Noch nach einiger Zeit konnten wir nicht vor die Tür, weil die Luft noch voll Tränengas hing!

Rückflug gebucht
Am 10. Oktober lande ich wieder in Düsseldorf. Nachdem ich Ende Juli mein Praktikum in Chile beende, stehen mir noch zwei spannende Monate Südamerika bevor. Vorläufiges Programm: Nordchile, Bolivien, Peru, Ecuador, Argentinien...

Eine sonnige Woche aus Chile!

Samstag, 31. Mai 2008

Die Strassen von Santiago

Zunächst einmal sind die Strassen von Santiago wie die Strassen jeder Millionenstadt, sie erinnern mich sogar ein bisschen an New York: etwas dreckig, laut und viele Autos. Die Luft ist hier allerdings schon eine Zumutung. Die reichere Klasse lässt es sich nicht nehmen, anstatt in die verstopfte Metro zu steigen, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Zur Rushhour herrscht also ein unglaublicher Verkehr. Das Problem an Santiago ist, dass es eingequetscht zwischen den Anden liegt und der Smog daher keine Chance hat, abzuziehen. So liegt Santiago ständig inmitten eines Dunstes, den man zunächst gar nicht wahrnimmt. Doch seitdem ich hier bin, plagen mich beispielsweise ständig Halsschmerzen und meine Nase ist immer zu. Joggen gehen ist hier beinahe unmöglich. Ich habe mich einmal Sonntags getraut, wenn der Verkehr erholsam "ruhig" ist. Trotzdem hatte ich danach Halsschmerzen und meine Lunge fühlte sich an, als hätte ich eine ganze Schachtel Zigaretten geraucht. Einmal, nachdem es geregnet hat und sich der Smog ein bisschen verzogen hatte, habe ich am Plaza Baquedano, an dem ich jeden Morgen in die Metro zur Arbeit steige, mit Verwunderung festgestellt, wie nah doch die Anden sind! Sie lagen ganz frei da, direkt hinter den Hochhäusern. Normalerweise sind sie einfach verdeckt im Dunst!

Apropos Metro: es leben mehr als sechs Millionen Menschen in Santiago. Jeden morgen auf dem Arbeitsweg kommt es mir so vor, als würden sie allesamt mit mir in der gleichen Metro fahren! Allerdings bin ich froh, dass ich nicht Bus fahren muss, denn da werden alle Rekorde erneut gebrochen! Und die Busfahrer fahren wie die letzten Henker! Der einzige Grund, warum man nicht unfällt (ich hatte EINMAL einen Sitzplatz im Bus, in der Metro zur Rushhour noch nie - wenn es überhaupt welche gibt, in den meisten Bahnen sind gar keine installiert), ist, dass man eingefercht zwischen den Menschen steht. Da darf man wirklich keine Berührungsängste haben!

Auch keine Probleme haben Chilenen damit, in aller Öffentlichkeit zu knutschen. Bei uns Deutschen läuft das ganze schon etwas subtiler ab. Aber hier sieht man knutschende Päärchen in jeder Altersklasse, überall: vor der Metro, in der Metro, mitten auf der Strasse, im Aufzug auf der Arbeit... Und erst in den Parks: es gibt viele "Parks" in Santiago (meist längere Grünstreifen inmitten der Fahrbahn). Ich glaube, sie dienen eher dem "Encuentro". Sie sind voll von Bänken, auf denen sich Päärchen nach der Arbeit und am Wochenende und eigentlich zu jeder Zeit treffen. Die meisten Studenten wohnen noch mit ihrer Familie, da der Unterhalt und das Studium hier so teuer sind. Meistens wohnen in einer Wohnung auch noch mehrere Generationen einer Familie. Da kann ich schon verstehen, dass die aus teilweise streng katholischen Familien stammenden Jugendlichen sich im Park treffen. Aber es sind nicht nur die jungen Generationen, die sich im Park zum Stelldichein treffen. Ich habe allen Ernstes nicht nur einmal Leute gesehen, die im Schlafsack im Park gelegen haben und wer weiss was gemacht haben, eben nur verdeckt durch einen Schlafsack!

Und Hunde gibt es hier auf den Strassen! Sie bilden ein richtiges Sozialsystem. Wenn man abends durch die Strassen läuft, folgen sie einem auf Schritt und tritt, bis man in der nächsten Bar verschwunden ist. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist es, während wir an der Ampel warten, bellend hinter den Autos herzujagen. Viele finden sich auch in Rudeln zusammen und spielen miteinander wie kleine Kinder! Das hat etwas richtig Menschliches!

Auf den ersten Blick ist Santiago nicht typisch südamerikanisch, aber wenn man etwas näher hinschaut, fallen einem eben doch ein paar liebenswerte Unterschiede zu Deutschland auf...

Donnerstag, 29. Mai 2008

Winter in Santiago

Während es in Deutschland endlich mal wieder richtig Sommer wird (am Wochenende sollen es bei Euch Glücklichen bis zu 27 Grad werden), ist hier auf der Südhalbkugel nun endgültig der Winter eingefallen.

Angekündigt hat er sich vorletztes Wochenende, als ich mit einer Mitbewohnerin aus dem Museum kam. Auf einmal fing es an zu winden. Zuvor wusste ich nicht, dass man Wind sehen kann. Jetzt weiss ich zumindest wie er hier in Chile aussieht: Eine Wand aus aufgewirbelten Staub und aufgepeitschten Blättern rauschte an uns vorbei. Nach etwa 30 Sekunden war der Spuk vorbei. Unheimliche Stille. Und Wärme. Surreal. Ich habe schon fast geglaubt, im Zentrum eines Tornados zu stehen. Glücklicherweise blieb es für den Moment bei einer einzelnen Windböe. Dafür hat es dann angefangen zu regnen.

Der Maipu, der durch Santiago fliesst, ist im Sommer ein lächerliches Rinnsaal inmitten eines absurd breiten Betonbetts. Mittlerweile ist das nicht mehr kleine lächerliche Rinnsaal zu einem reissenden Strom angestiegen und füllt das nicht mehr absurd breite Betonbett.

Für Chilenen ist es jetzt RICHTIG kalt: Im Tagesdurchschnitt um die 15 Grad und nachts um den Gefrierpunkt. Das klingt erstmal wie deutscher Schmuddelsommer. Auch ich habe zunächst gelacht über die Chilenen. Bedenkt man aber die Umstände hier, kann ich bei 15 Grad tags und 0 Grad nachts nicht mehr lachen: Die Häuser sind hier wie aus Pappwänden gebaut (auf die Decken komme ich später noch zurück), die Fenster sind nicht guter deutscher Standard mit Doppelverglasung und Heizungen sind die Ausnahme. Meine Behausung macht da leider keine Ausnahme. Da fühlen sich 15 Grad schon etwas kühler an.

Auch über den Regen beschwert man sich hier lautstark. Seit meiner Ankunft hier in Santiago vor sieben Wochen hat es bisher nie geregnet. Da sind die Deutschen Anderes gewohnt. Allerdings, wenn es hier regnet (und das soll es von nun an übrigens den ganzen Winter lang tun),
schüttet es wie aus den Iguazúfällen, den grössten Wasserfällen Südamerikas. Das Infrastruktursystem in Santiago hält diesen Wassermassen nicht stand: Letzte Woche ist irgendwo in Santiago ein Wasserbecken übergelaufen und in Las Condes, dem chicen Geschäftsviertel von Santiago, wurde das Wasser abgestellt und es gab „regenfrei“: Schüler und Arbeitnehmer wurden nach Hause geschickt. Ebenfalls in Las Condes, was neben Geschäftsviertel auch zu den gehobenen Wohngegenden zählt, wohnt die Chefin meiner Mitbewohnerin in einer nicht ganz günstigen Wohnung im achten von insgesamt neun Stockwerken eines Hochhauses. Vorgestern hat es bei ihr durch die Decke getropft! Wohlbemerkt, sie wohnt im achten (!), nicht im obersten neunten Stock! Wie sah es wohl im neunten Stock aus und wie wohl in den nicht so reichen Wohngegenden? Nun fange ich bei 15 Grad schon an zu frösteln.

Bei Regen wird es hier also auch Drinnen ungemütlich. Und draussen wird das Strasse überqueren zum Sport: Pfützen hüpfen. Und wenn dass nicht mehr hilft: schwimmen. Chilenische Strassen haben keine Abflussrinnen. In Argentinien muss man dagegen acht geben, dass man nicht in die Wasserabflussrinne fällt und mitgerissen wird: Die Wasserabflussrinnen auf argentinischen Strassen (zumindest in Mendoza) sind etwa einen Meter breit sowie tief. Meine Fertigkeit im Pfützen hüpfen ist leider noch nicht so ausgereift (zum Glück bin ich in Chile und muss nur über Pfützen hüpfen und nicht über Wasserabflussrinnen!), so dass ich nun regelmässig mit nassen Füssen nach Hause komme. Da erscheinen dann 15 Grad RICHTIG frostig.

Nun sitze ich zu Hause mit meinen im Süden erworbenen Handschuhen aus Guanakohaar vor unserem Computer und haue fleissig in die Tasten (entschuldigt die Tippfehler). Ich habe noch nie so viel Tee getrunken und mein Estufa (Gasofenmonstrumdingsdabumsda mit offener Flamme), dem ich anfänglich sehr skeptisch gegenüberstand, ist mittlerweile mein bester Freund. Was ich wohl in der Zeit mache, wenn die Gasflasche leer ist und ich darauf warten muss, dass sie aufgefüllt wird? Vielleicht trainiere ich ein bisschen fürs Pfützen hüpfen...

Dienstag, 27. Mai 2008

Am Ende der Welt

Chile bedeutet in der Sprache der Ureinwohner "Ende der Welt". Chile liegt auch am Ende der Welt: es erstreckt sich, abgeschottet durch den Pazifik auf der einen und durch die Anden auf der anderen Seite, vom 17. bis zum 56. Breitengrad über den Globus. Somit sind in Chile alle Klimazonen der Erde (bis auf eine) zu finden. Ausserdem die südlichste Stadt auf dem Festland, Punta Arenas. Näher am Südpol liegt nur noch die Insel Feuerland, welche sich Chile mit Argentinien teilt. Unser Vorhaben, während des Wintereinbruchs auf der Südhalbkugel genau dort hin zu reisen, ist bei Chilenen und Mitbewohnern nur auf Unverständnis gestossen. Davon haben wir uns nicht abhalten lassen! Doch aber sind wir dem allgemeinen Rat gefolgt, und haben uns warme (oder vielmehr viele) Anziehsachen eingepackt.

Am 21. Mai jeden Jahres gedenken die Chilenen den Gefallenen der Seeschlacht von Iquique, in der sie 1879 den Peruanern unterlagen. Gleichzeitig hält an diesem Tag der Präsident traditionsgemäss eine Rede an die Nation. Während sich also in diesem Jahr Michelle Bachelet in Ihrer Rede politisch Richtung Asien orientierte, nutzte ich die Gelegenheit und stieg mit meiner Mitpraktikantin zu nächtlicher Stunde in den Flieger gen Süden.



Vier Stunden Flug sind es von Santiago nach Punta Arenas - ob nun geografisch nur viel diskutiertes, doch zumindest mein "Ende der Welt". Von dort aus wären es noch einmal ein paar Stunden Autofahrt bis Bulnes, wo man auf ein Schild mit dem Vermerk trifft, das man sich hier nun im geografischen Mittelpunkt Chiles befindet - denn bis zum Südpol ist es von hier aus genauso weit wie bis Arica, der nördlichsten Stadt Chiles.

Der Süden hat uns zunächst nicht im Stich gelassen: in Punta Arenas wurden wir mit strahlend blauem Himmel und Sonne begrüsst. Von dort aus ging die Reise gleich weiter, etwa drei Stunden Busfahrt bis Puerto Natales, das Tor zum Torres del Paine. Zunächst führte uns unser Weg aber durch verschneite Landschaft über die Grenze nach Argentinien, welches uns mit klirrender Kälte und messerscharfem Wind empfing. Dort liegt, halb auf argentinischem und halb auf chilenischen Boden, im Nationalpark "Los Glacieres" der einzige "wachsende" Gletscher der Erde, der Perito Moreno. Über fünf Kilometer ergiesst sich das Ende des Gletschers über einen See, in der Mitte durch eine Landzunge getrennt, von der aus man direkt vor dem Gletscher steht, einer 60 Meter hohen zerklüfteten und in den Furchen tiefblau schimmernden Wand aus Eis. Gigantisch! Auf einmal donnert es, und als ich mich umdrehe, kracht wie vom Drehbuch beschrieben ein Eisbrocken ins Wasser, auf dem sich gemächtlich, fast in Zeitlupe, eine überdimensionale Welle ausbreitet...



Den nächsten Tag haben wir in Puerto Natales verbracht, um ein bisschen Wärme zu tanken, was uns in dem halbbeheizten zugigen Zimmer des Hostels nicht wirklich gelungen ist. Puerto Natales ist ein kleines buntes Örtchen, an dessen Hafen der Wind gefühlsmässig direkt vom Südpol bläst und den Weg über die Hafenpromenade zu einem Kräftemessen werden lässt. Die Kulisse, die einem dafür geboten wird, ist allerdings einmalig: das rauhe, vom Wind aufgepeitsche Wasser der Lagune, im Hintergrund schroffe Berge in dunklen Blaugrau- und Violetttönen bis fast zum Fusse mit Schnee bedeckt, ihre weissen Spitzen in den mit Wolken verhangenen düsteren tiefen Blaugrau des Himmels untergehend... Ausser dem tosenden Wind ist nichts zu hören... Weltuntergangsstimmung - das Ende der Welt ist eben einmalig!



Doch auch die berühmte Landschaft Patagoniens, dessen Nationalpark Torres del Paine die zweitsauberste Luft der Welt beheimatet, ist atem(be)raubend: Hier ging die Fahrt durch matte Grün-Beige-Töne, rot, braun und gold schimmernde Wälder mit vereinzelten schwarzen Baumskeletten, durch grüne saftige Hügel, vorbei an türkisfarben schimmernden Seen mit grauen Sandstränden. Im Hintergrund immer die schneebedeckte und wolkenbehangene schroffe Felskulisse der Anden.



In den Lago Grey, ergiesst sich aus den weissen Bergen, die im Hintergrund mit den Wolken im Himmel verschmelzen, der Gletscher Grey. Er wirkt wie ein Weg in den Himmel. Auf dem See schwimmen in leuchtendem Blau schimmernde Eisberge, aus denen sich beim schmelzen Skulpturen formen, die vor dem grauen Sandstrand über den See dahintreiben - eine unwirkliche Kulisse.



Zwar haben wir keinen Puma, doch aber einen Fuchs gesichtet. In gewaltiger Höhe kreisten die Kondore, während auf den Wiesen Schafe, Kühe, Pferde, Guanacas und Nandus grasten.



Zu guter Letzt ging unsere Reise zurück nach Punta Arenas, das uns überaus freundlich empfing: unser Hostal urgemütlich mit Frühstück "demasiado rico": vom Dueño persönlich frisch zubereitetes Omlette, selbstgemachter Kuchen, frisch auf dem Ofen erwärmtes Brot mit Marmelade, Joghurt und Kaffee. Die Bewohner Punta Arenas sind freundlich und sympatisch, die bunten Häuschen leuchten unter knallblauem Himmel vor tiefblauer See, frische Luft und Ruhe - hier muss man sich einfach erholen!



Leider ging es mittags dann schon wieder in den Flieger, zurück ins versmogte und stressige Santiago. Hier ist mittlerweile die für den Winter typische Regenzeit mit untypischen orkanartigen Winden ausgebrochen - doch bisher trage ich noch die einzigartige Stille und Freiheit des Südens mit mir herum...

Montag, 5. Mai 2008

Paso Agua Negra nach Argentina

Dann ging unsere Route weiter durch das fuer seinen Piscoanbau beruehmte Elqui-Tal ueber den 4 760 Meter hohen Paso del Agua Negra nach San Juan, Argentinien.



Auch der dritte Tag unserer Reise war wieder einzigartig und kontrastreich: zunaechst das gruene Elquital im strahlenden Sonnenschein mit seinen ueppigen Weinreben; dann der Pass, wo sich die Umgebung verwandelt in eine schroffe Felslandschaft aus erzhaltigen Gestein, dass in Rot-, Gelb- und Violetttoenen schimmert, dazu das Weiss des ewigen Eises. Auf der Hoehe des Passes fiel die Temperatur bis auf -14 Grad und auf der argentinischen Seite hat uns dann in der Daemmerung auch noch der Wintereinbruch ueberrascht - Weltuntergangsstimmung!



Am spaeten Abend sind wir dann in San Juan angekommen, einem verschlafenen Doerfchen, in dem wir den 1. Mai verbracht haben. Von dort aus ging die Fahrt nach Mendoza, von wo ich heute morgen per Nachtbus ueber den Paso de Los Libertadores nach Santiago zurueckgekehrt bin.

Reserva Nacional Pingüino de Humboldt

Am naechsten Tag sind wir von La Serena durch die Halbwueste, in der sich Alpacas, wilde Esel und Ibise tummeln, die Kueste hoch bis zum Punto de Choros gefahren.



Von dort aus beginnen die Bootstouren in das Nationalreservat der Humboldpinguine, der zweitkleinsten Pinguine der Welt.



Zur Tour gehoert die Fahrt in einer "Nussschale" ueber den rauhen Pazifik mit seinen meterhohen Wellen und kristallklarem, eiskalten Wasser. Entlang der schroffen und wilden Felskueste der Isla Choros siedeln die Seeloewenkolonien, Albatrosse und eine Papageienart.

Dann ging es auf die Isla Damas, eine bizarre "Mondlandschaft" mit Traumstraenden. Wir hatten Glueck und haben neben den Humboldtpinguinen,die die Insel bevoelkern,auch noch Delfine gesehen!

Dienstag, 29. April 2008

La Serena

Gestern sind Julia, meine Mitbewohnerin, und ich mit dem Bus nach La Serena aufgebrochen - sieben Autostunden noerdlich von Santiago. Die Busse hier sind sehr komfortabel, man hat richtige Liegesizte und es werden die ganze Zeit Filme gezeigt, das Ganze fuer nicht mal 10 Euro. Unser Hostel hier in La Serena wird von Schweizern gefuehrt. Und heute haben wir eine Tour mit Tourguide aus der Schweiz, sowie zwei anderen Maedels aus Schweiz und Deutschland gemacht: zunaechst ins Valle de Encanto und danach in den Nationalpark Fray Jorge, wo es einen fuer Suedamerika einzigartigen Nebelwald inmitten einer Halbwueste zu bewundern gibt. Eigentlich regnet es in dieser Region nur einige Tage im Jahr. Vom Pazifik her steigt der Nebel ueber die Kuestenkodillere und versorgt so den Wald mit Feuchtigkeit. Am morgen im Encanto-Tal sind wir bei etwa 30 Grad durch die steinige Kakteenlandschaft geklettert, und am nachmmittag standen wir dann bei 13 Grad in einem gruenen, feuchten Wald, indem es nie regnet und unter anderem Kolibris zu Hause sind. Zum Abschluss haben wir noch den Sonnenuntergang in einem Fischerdoerfchen mit vielen bunten Haueschen, tausenden bunten Booten und schwarzen Pelikanen angeschaut. Ein abwechslungsreicher Tag!