Dienstag, 29. April 2008

La Serena

Gestern sind Julia, meine Mitbewohnerin, und ich mit dem Bus nach La Serena aufgebrochen - sieben Autostunden noerdlich von Santiago. Die Busse hier sind sehr komfortabel, man hat richtige Liegesizte und es werden die ganze Zeit Filme gezeigt, das Ganze fuer nicht mal 10 Euro. Unser Hostel hier in La Serena wird von Schweizern gefuehrt. Und heute haben wir eine Tour mit Tourguide aus der Schweiz, sowie zwei anderen Maedels aus Schweiz und Deutschland gemacht: zunaechst ins Valle de Encanto und danach in den Nationalpark Fray Jorge, wo es einen fuer Suedamerika einzigartigen Nebelwald inmitten einer Halbwueste zu bewundern gibt. Eigentlich regnet es in dieser Region nur einige Tage im Jahr. Vom Pazifik her steigt der Nebel ueber die Kuestenkodillere und versorgt so den Wald mit Feuchtigkeit. Am morgen im Encanto-Tal sind wir bei etwa 30 Grad durch die steinige Kakteenlandschaft geklettert, und am nachmmittag standen wir dann bei 13 Grad in einem gruenen, feuchten Wald, indem es nie regnet und unter anderem Kolibris zu Hause sind. Zum Abschluss haben wir noch den Sonnenuntergang in einem Fischerdoerfchen mit vielen bunten Haueschen, tausenden bunten Booten und schwarzen Pelikanen angeschaut. Ein abwechslungsreicher Tag!

Montag, 21. April 2008

La vida chilena

Nun bin ich schon eineinhalb Wochen in Santiago und habe mich schon ein wenig eingelebt. Letzte Woche habe ich mit meinem Sprachkurs begonnen, ich hoffe mein Spanisch wird dann auch bald besser.

Mein erstes Wochenende haben wir mit der Sprachschule einen Ausflug ans Meer gemacht, zunaechst nach Isla Negra, wo wir das Haus von Pablo Neruda besichtigt haben und dann nach Valparaiso, einer Hafenstadt, und Viña del Mar...



Letzten Freitag fuhren wir dann mit 12 "estudiantes de español" in einen Toyota fuenf Autostunden Richtung Sueden, in den Nationalpark Siete Tazas. Nachdem wir uns zum Nationalpark durchgefragt hatten, ging es mittlerweile im Dunkeln mitten durch die Pampa, ueber Schotterpisten, Bruecken, die man selbst zu Fuss ungern ueberqueren moechte, Berg auf und Berg ab. Ein Campiñero mit Strohhut, begleitet von seinen zwei Pferden und einem Hund hat versichterte uns, dass wir noch auf dem richtigen Weg sind zu unserem Campingplatz im Park. Das letzte Stueck mussten wir dann laufen, da unser Mikro mit voller Besatzung nicht den Berg hinaufkam! Um elf Uhr nachts haben wir dann wandernd unser Camp erreicht: der Vollmond bereitete uns eine tolle Kulisse: eine Hochebene, umrundet von den teilweise schneebedeckten Gipfeln der Andenkodillere, am Rand des Feldes unsere Cabañas, in der Mitte ein paar schlafende Wildpferde.



Nachdem wir unsere Huetten bezogen hatten (Zettel an der Tuer und Schluessel unter der Fussmatte), haben wir erst einmal festgestellt, dass zwei Betten fehlten, so dass unsere Reisebegleiterin, Paz, und unser Fahrer im Mikro uebernachten mussten! Tagsueber hatten wir zwar um die 30 Grad, aber nachts ist es um diese Jahreszeit wirklich schon sehr kalt! Da die Huetten nicht beheizt waren, haben wir nachts alles ueber einander gezogen, was wir dabei hatten. Im Auto muss es eisig gewesen sein! Wir haben dann erstmal ein Lagerfeuer gemacht und Completos (chilenische Hotdogs mit Guacamole) gegessen. Danach gab es noch ein wenig Pisco (chilenisches Nationalgetraenk) zum aufwaermen.Am naechsten morgen sind wir dann zu den Siete Tazas gewandert. Das sind Wasserfaelle, die dem Namen nach in sieben Becken hinunterfuehren.



Am Nachmittag haben wir ein Sonnenbad auf der Wiese vor den Cabañas eingenommen, um uns bald fuer die Nacht wieder in "toda la ropa" zu huellen. Am Lagerfeuer haben wir dann "Emborrachate" auf chilenisch gelernt...

Am naechsten morgen ging es noch zu einem netten Fluesschen und weiteren Wasserfaellen, bevor wir den Heimweg angetreten haben.

Freitag, 11. April 2008

Farewell Australia & Bienvenida en Santiago de Chile

Am 9. April habe ich schweren Herzens Abschied genommen, von den vielen netten Leuten im Cavenagh Backpackers, von Darwin und von Australien! Am letzten Abend waren wir noch einmal ausgiebig feiern, so dass ich am naechsten morgen nach drei Stunden Schlaf aus dem Cavenagh ausgecheckt habe und den Tag mit zwei Freunden am Pool verbracht habe, bis ich abends spaet den Shuttle zum Flughafen genommen habe.
Von Darwin Airport flog ich dann in der Nacht nach Sydney (ohne viel Schlaf, denn bei etwa vier Stunden Flug wird einem mitten in der Nacht das Fruehstueck serviert), dann Landung um sechs Uhr morgens Ortszeit in Sydney. Und dann hatte ich neun Stunden Wartezeit bis zum Weiterflug, die ich in Sydney am Bondi Beach verbracht habe. Um drei Uhr nachmiitags flog ich dann zunaechst nach Auckland, wo wir das Flugzeug fuer eine weitere Stunde verlassen mussten, (wieder Zeitverschiebung), um dann endlich knapp elf Stunden nach Santiago (ueber die Datumsgrenze) zu fliegen, so dass ich am selben nachmittag des Abflugstages nach ewa 20 Flugstunden und zwischenzeitlichen zwoelf Stunden Warten in Chile angekommen bin.aDer Anflug ueber die Anden war sehr beeindruckend - die teilweise schneebedeckten Gipfel wirkten selbst aus dem Flugzeug aus riesig!
Zum ersten Mal auf suedamerikanischem Boden wurde ich vom chilenischen Flughafenpersonal sehr freundlich begruesst - auch sehr freundlich wurde mir mitgeteilt, dass mein Rucksack abhanden gekommen sei und vermutlich noch in Sydney sei. Als ich erwiderte, dass ich mit eigenen Augen aus dem Flieger in Sydney aus gesehen habe, wie mein Rucksack ins Flugzeug eingeladen wurde, wurde nach einem kurzen Doubblecheck festgestellt, mein Rucksack sei in Auckland geblieben. - Australien scheint mir gut getan zu haben, ich habe in aller Seelenruhe angefangen den anstehenden Papierkram auszufuellen, als auf einmal ein freundlich grinsender Chilener mit meinem Rucksack auf mich zukam!
Am Ausgang wurde ich dann schon von drei spanischsprechenden Mitarbeitern meines Shuttle-Service erwartet, die abwechselnd in Chilenisch auf mich einredeten. Ich habe einfach mal freundlich zurueckgegrinst und hab Ihnen meine Reservierungsnummer gezeigt. Nach etwa einer Stunde Fahrt durch den Feierabendverkehr Santiagos bin ich dann in meinem neuen zu Hause bei Victor angekommen.
Victor besitzt ein Haus mit drei Baedern, zwei Kuechen, einem Innenhof und zwoelf Zimmern, die er an internationale Studenten, Backpacker und Praktikanten vermietet. Also quasi ein kleines, familiaeres Hostel, in dem natuerlich immer was los ist. Ich bin total begeisert und habe mich vom ersten Augenblick an wohl gefuehlt. Die Mitbewohner, die ich bisher kennen gelernt habe kommen aus Urugay, USA, England, Schweiz, Belgien und Deutschland. Die meisten, die ankommen (mich eingeschlossen) sprechen wenig bis gar kein Sapnisch und besuchen erstmal die Sprachschule. Victor, unser Vermieter, spricht sehr wenig Englisch, dass heisst mit ihm spreche ich Spansich. Nach zwei Monaten Englisch ist mir das Sapnsich sprechen schon ganz schoen schwer gefallen. Die meisten Leute geben sich wirklich Muehe, aber Chilenisch ist schon ein etwas anderes Spanisch, wie ich gestern beim Handykauf feststellen musste. Ich bin jetzt aber stolze Besitzerin einer chilenischen Handynummer. Allerdings bin ich sehr froh, wenn am Montag die Sprachschule anfaengt und hoffentlich mein Spansich zurueckkommt.
Zusammenfassend, mein erster Eindruck von Santigao: ich bin wirklich begeistert! Die Leute sind sehr offen und hilfsbereit und immer fuer einen Spass zu haben, das Wetter bei meiner Ankunft war ueberrasched warm (25 Grad, was allerdings fuer diese Jahreszeit eher unueblich ist, und weswegen die Chilener die Zeitumstellung auf die Winterzeit einfach mal zwei Wochen nach hinten verschoben haben) und meine Unterkunft im gemuetlichen und gruenen Studentenviertel Providencia uebertrifft alle meine Erwartungen.

Samstag, 5. April 2008

Darwin - tropical Northern End

Im krassen Gegensatz zum staubtrockenen Rot des Outbacks steht der tropische Norden Australiens mit seinem satten Gruen und einer Luftfeuchtigkeit, die die Kleidung kaum trock(n)en laesst.



Auf der dreitaegigen Tour in den Kakadu National Park gab es wieder jede Menge "Wildlife": Krokodile, Eidechsen, Schmetterlinge, Froesche, Voegel, Dingos, Esel und eine "Commom Golden Tree Snake" in Aktion: auf unserem Weg zu einem Outlook schrieh Susan aus unserer Gruppe auf einmal laut auf. Um ihre Fuesse schlaengelte sich eine knallgelbe, etwa 1,5 meter-lange Schlange! Als sie mit enormer Geschwindigkeit auf uns zuraste, sind wir schnell auf die umliegenden Felsen gesprungen, bis die Schlange den naechsten Baum hochgeklettert ist!



Ausserdem haben wir jeden Tag an mehreren Wasserfaellen gerastet, sind hinter ihnen hochgeklettert und von den Felsen ins Wasser gesprungen. Aufgrund der vielen Mosquitos waren wir froh, nachts ein Zelt ueber uns haben. Wir haben nur das Mosquitonetz geschlossen und konnten so einen sternenklaren Nachthimmel im Dschungel geniessen, dazu das Zirpen der Grillen und Quarken der Froesche. Ich habe selten so gut geschlafen!

Nun heisst es noch bis zum 9. April in Darwin am Pool auspannen, bis mein Flieger nach Suedamerika geht. Bisher habe ich meiner Abreise aus Australien immer traurig entgegengeblickt, aber nun freue ich mich doch auf Suedamerika, nachdem ich so viele Backpacker Stories gehoert habe...

The real Outback - from Adelaide to Alice Springs & the Red Centre

Nach dem Abschied von Adelaide ging es zwei Tage etwa 1500 km per Bus hoch nach Alice Springs. Uebernachtet haben wir "underground" in Cooper Pedy, die Stadt der beruehmten Opal-Minen, wo man traditionsgemaess unter der Erde bei angenehmen bestaendigen 25 Grad Celsius schlaeft.



Ausser einem toten Kamel und assfressenden gRaubvoegeln gab es auf der Fahrt nicht viel zu sehen - Outback eben! Die Strasse fuerht mitten durchs Nirgendwo, zwischendurch gibt es "Petrol Stopps" in Orten, die aus sechs Einwohnern bestehen! Wir haben einen Lageplan eines dieser Orte gesehen, er bestand aus der Petrol Station und dem anliegenden Pub!

Angekommen in Alice Springs gab es erstmal ein grosses Wiedersehen mit einigen Leuten von meiner Great Ocean Road Tour und von Kangaroo Island. Alice Spings ist leider eher ein bedrueckender Ort. Hier, wo es den groessten Anteil an Aborigenals an der Bevoelkerung gibt, wird einem traurigerweise vor Augen gefuehrt, dass diese keineswegs intergiert sind. Ihre Kultur ist so alt und einzigartig, ueber Generationen ueberliefert, Vielen sieht man an, dass sie sich in den Staedten nicht zu Hause fuehlen.

Von Alice Springs aus ging es dann fuer drei Tage ins Red Centre. Wir hatten wieder eine sehr lustige Gruppe, haben in Camps am Lagerfeuer uebernachtet - in der Ferne haben die Dingos gejault - und haben uns die einmaligen Sonnenuntergaenge und -aufgaenge des Outbacks angeschaut.



Nachdem wir den Uluru umwandert haben gab es natuerlich eine Fotosessions zu allen moeglichen Tageszeiten.



Ausserdem haben wir die Olgas und den Kings Canyon bestiegen und Aboriginal Arts bewundert.



Zurueck in Alice Springs haben wir uns traditionell im "Bojangles", einem Pub im Western Style, getroffen. Dort haben wir Krokodil, Kaenguruh und Kamel probiert und die Nacht durchgetanzt.